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Die Geschichte Gemmerias

Im Jahre 1365:

Inmitten der wimmelnden Straßen der florierenden Stadt Nordmalingen sitzt ein alter, grauhaariger Mann vor einer Taverne, aus der lautes Gelächter und Gläserklirren zu hören ist. Sein von tiefen Falten gezeichnetes Gesicht hellt sich auf, als er dich erblickt und dir ein freundliches Lächeln schenkt.

Mit rauer, tiefer Stimme spricht er dich an und seine Augen blitzen wach und schelmisch auf “Du siehst aus, als wärst du neu in der Stadt. Sag, weißt du überhaupt, wo du hier bist?” Als du den Kopf schüttelst, schiebt er dir mit dem Fuß einen Stuhl zurecht und klopft mit der flachen Hand auf die Sitzfläche.

“Komm. Ich erzähle dir alles, was du wissen solltest.” Als du dich setzt winkt er auch schon eine der Wirtsdamen herbei, welche euch flink zwei schäumende Bierkrüge auf den Tisch zwischen euch stellt. Der Herr nimmt einen langen, geräuschvollen Schluck und wischt sich dann wohlig seufzend den Schaum aus dem Bart. “Wo waren wir?”, grübelt er laut, “Ah, ja. Gemmeria. Ein schönes Fleckchen Land hast du dir da zum Leben ausgesucht. Auch, wenn nicht immer alles so kunterbunt und voller Heiterkeit war.” Um seine Worte zu unterstreichen, nickt er knapp.

“Bis vor einigen Jahren noch herrschte hier ein Bürgerkrieg, welcher das Land verwüstet und seine Bewohner an den Rand der Verzweiflung gebracht hat." Während der Alte spricht, blickt er dich direkt an, scheint aber gedanklich weit in der Vergangenheit zu stehen. Er nimmt einen weiteren Schluck und seufzt leise. “Zu viel ging damals verloren. Als der letzte König starb, war sein Herrscherhaus nur noch ein Schatten seiner selbst. Alt, schwach und wahnsinnig war er. Und seine Grausamkeit ließ sich mit nichts vergleichen, was uns bekannt war. Als er dann starb, spaltete sich das Land in zwei Lager. Das eine als treue Anhänger des wahnsinnigen Königs, Verfechter der dunklen Zeiten. Das andere stand für den Wechsel. Für den Neuanfang und Aufbruch. Lange stritten diese beiden Lager um die Herrschaft über das Land, denn der König hatte keinen Thronfolger. Ungezählte Schlachten tobten auf dem Land und an den Küsten, doch niemand konnte den Sieg von sich tragen und als das Land schon in Trümmern lag, kamen die Naturvölker und nahm uns das Letzte, das uns geblieben war.”

Er lässt den Blick auf seinen Bierkrug sinken und trommelt mit den Fingerspitzen daran herum. Nach kurzer Zeit und einem weiteren Schluck spricht er weiter. “Zumindest hat das die Fürsten davon überzeugt, ein Friedensabkommen zu schaffen, welches bis heute anhält. Aber es ist ein brüchiger Frieden, der immer wieder an Messers Schneide steht. Seitdem sind zwei Jahrzehnte vergangen und noch immer streitet man sich über die Herrschaft des Landes. Aber es sind zwanzig Jahre, in denen die Wunden des Landes heilen konnten.”

Er lehnt sich zurück und breitet die Arme aus. “Und nun sieh dich um. Auch, wenn der Frieden brüchig ist, sind es die besten Zeiten, einen Neuanfang zu starten. Das Land ist weit und offen. Die Fürsten können jede fleißige Hand und jeden wachen Verstand gebrauchen. Und wer weiß. Vielleicht lockt eine Belohnung. Ich habe gehört, dass der Ein- oder Andere mit einem Stück Land oder Lohn bringenden Postens entlohnt wurde. Und nun los. Spute dich und stürze dich ins Abenteuer!”

Voller Vorfreude springst du auf, wobei dein Stuhl fast nach hinten fällt. Du packst dein Bündel und schnallst es dir auf den Rücken und erkundest weiter die Stadt, ehe du durch eines der Tore in die Wildnis trittst.

~Castor Istya 

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